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Auenprojekt Niederwiesen

Auenreaktivierung im RetentionsraumNiederwiesen bei Ilbenstadt"

Hessenkarte

 

Niederwiesen Projektflaeche

Auenreaktivierung auf Flächen des Landes Hessen, Eigentumsflächen der Stadt Niddatal und der Hessischen Landgesellschaft.

Die Niederwiesen sollen ein neues Domizil für Storch, Laubfrosch u. Co. werden; ein Großteil der ursprünglichen Flussaue steht dann wieder als natürliche Überflutungsfläche zur Verfügung. Für die Bevölkerung wird zusätzlich ein “Naturerlebnisplatz“ entstehen.

Naturschutzfachliche Ziele:

1. Reaktivierung der Auendynamik mit besonderer Berücksichtigung des Vogelschutzgebietes „5519-401 Wetterau“

2. Entwicklung eines offenen Feuchtgrünlandgebietes mit

  • hohem Grundwasserstand,

  • regelmäßigen Überschwemmungen durch Hochwasser der Nidda, eingestreuten Stillgewässern und Flutmulden,

  • extensiv genutztem Grünland (Rinder- und ggf. Pferdeweiden, Heuwiesen),

  • eingestreuten Kleinstrukturen (Altgrasstreifen, Schilfflächen/-streifen, Feldgehölz) als Deckung für Niederwildarten.

Zielarten Fauna:

Vogelarten der Agrarlandschaft, insbesondere Kiebitz, Bekassine, Weißstorch, Rebhuhn, Rohrweihe, Blaukehlchen, Schwarzkehlchen und Grauammer sowie die Wasservogelarten Zwergtaucher, Knäkente und Graugans.
Fischarten der Auengewässer, insbesondere Schlammpeitzger, Moderlieschen und Karausche.

Zielarten Flora:

Artenreiche Feuchtwiesengesellschaften im Mahdgrünland, insbesondere langfristige Entwicklung von mageren Flachlandmähwiesen, Stromtalwiesen und Pfeifengraswiesen.
Insbesondere Sicherung und Ausbreitung der Vorkommen von Gelber Wiesenraute, Kantenlauch und Sumpfplatterbse.

 

Maßnahmenplanung "Auenprojekt Niederwiesen"

Herstellung einer Flutrinne

Hochwasseranschluss durch Öffnung und Verlegung der Verwallung

Wiedervernässung von Teilbereichen der Aue

Anlage von 5 Flutmulden

Die Flutmulden sind sehr flach ausgebildet und haben stark schwankende Wasserstände. Sie dienen als Nahrungshabitat für Wiesenbrüter und als Laichhabitat für konkurrenzschwache Amphibienarten (z. B. Laubfrosch). Durch eine Beweidung wird eine Offenhaltung und Funktionsfähigkeit gewährleistet.

Anlage von 2 Flachwasserteichen mit mehreren Inseln

Die Teiche dienen als Brut-, Nahrungs- und Rasthabitat für Wiesen- und Wasservögel. Die Inseln sollen fuchssichere Wasservogelbruten ermöglichen.
Die Flachwasserteiche haben flache Ufer und entsprechende Tiefzonen (ein Durchfrieren im Winter soll hierdurch verhindert werden, zusätzlich dient die Tiefzone als Refugialzone für aquatische Organismen während der Trockenzeiten).

Anlage eines Ringgrabens mit 5 m Breite um das Schilfgebiet

Der Ringgraben wird als ca. 1,5 m tiefer Graben mit sehr flachen Böschungen gebaut. Er soll den traditionellen Brutplatz der Rohrweihe vor einer Prädation durch Füchse sichern. Weiterhin entsteht ein neuer Lebensraum für Wasserralle und Blaukelchen. Überwinternde Rohrdommeln werden ebenfalls vor einer Prädation geschützt.

Stau von 4 kleinen Stichgräben

Es handelt sich um 4 kleine, sehr flache Entwässerungsgräben in einer nassen Rinderweide. Durch den Stau soll eine Abführung von Oberflächenwasser unterbunden und eine Vernässung erreicht werden. Hierdurch werden Brut- und Aufzuchtshabitate für Kiebitz und Bekassine geschaffen.

Strukturverbesserung des Lohgrabens durch Abflachungen und Anlage von zwei Grabentaschen.

Einbau einer regulierbaren Stauvorrichtung im Lohgraben

 

Unter strikter Beachtung der Hochwasserschutzes für die Bevölkerung geben wir der Nidda auf einer großen Fläche die Chance zumindest bei 5-jährigen Hochwassern die Aue zu überfluten. Nidda Ueberflutung

Aus der Rinne wird ein Fluss

Nicht nur das Wasser selbst und sein Verlauf entscheiden über den Erfolg der Maßnahmen. Auch die Anbindung an seine Aue gehört zum dynamischen System eines Fließgewässers. Der natürliche Rhythmus der Wasserstände, Hochwasser mit Überflutungen, Niedrigwasserperioden und alle anderen Wasserstände gehören zum Ökosystem Fluss.
Hier setzt das AUENPROJEKT NIEDERWIESEN an.


Die Nidda in ihrem typischen Korsett Die Nidda in ihrem typischen Korsett Die Nidda in ihrem typischen Korsett. Strukturarmut am Ufer und im Wasser machen die Nidda zu einem Negativbeispiel deutscher Wasserbaugeschichte.

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Renaturierungsmaßnahmen im, am und um das Wasser herum lassen in Teilstücken der Nidda wieder ein wenig schon fast vergessene Gewässerdynamik erkennen. Aus dem alten Uferverbau wurden künstliche Fließbarrieren, den Rest erledigt das Gewässer von selbst. Das natürliche Gleichgewicht zwischen Erosion und Sedimentation verändert den Flusslauf nachhaltig.

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Die Nidda nach ihrer Renaturierung Die Nidda nach ihrer Renaturierung
Die Nidda nach ihrer Renaturierung Die Nidda nach ihrer Renaturierung
Jungfische auf einer Sandbank
Jungfische auf einer Sandbank der Nidda
(Foto: G. Lehr)
Die Strukturvielfalt nimmt dramatisch zu. Erste Erfolge verzeichnen die wachsamen Hüter der Nidda bereits in den ersten Jahren. Verloren geglaubte Fischarten besiedeln Teilabschnitte der Nidda erneut. Meist kommen sie unter größten Mühen nach Überwinden der Frankfurter Wehre aus dem Rhein oder aus Zuflüssen der Nidda, die als Rückzugsräume die eine oder andere Population am Leben gehalten hat.

So gelingen Nachweise der Mühlkoppe (Cottus Gobio), einem Fisch der Forellenregion mit gesteigerten Ansprüchen an die Gewässerqualität und an die Strukturvielfalt des Gewässerbettes. Die Bestände der Barbe, Nase und Elritze erholen sich spürbar oder sind überhaupt erst vor kurzer Zeit in die Nidda zurückgekehrt.